Ab dem Schuljahr 20011/2012 ist die Umsetzung einer umfassenden Reform der gymnasialen Oberstufe geplant. Diese Reform sieht zwei Prüfungsprofile vor, zwischen denen die/der SchülerIn wählen muss: das mathematisch-naturwissenschaftliche und das sprachliche Profil. Damit soll nun der Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 24.10.08, eine stärkere Konzentration auf die "Kernfächer" vorzunehmen, umgesetzt werden.
In der rheinland-pfälzischen Lösung bedeutet das, dass vor allem künstlerische und sportliche Fächer künftig in den Hintergrund treten werden. So soll es nun nicht mehr gestattet sein, Kunst oder Musik als 4. mündliches Abiturprüfungsfach zu wählen. Außerdem werden von bestimmten SchülerInnen, nämlich von denen, die Kunst, Musik, Sport, zwei Fremdsprachen oder zwei Naturwissenschaften als Leistungskurs belegt haben, im Abitur nun fünf Prüfungen gefordert anstatt vier. Diese ungleiche Behandlung der Schüler wird sehr wahrscheinlich ihren Zweck, nämlich die Fächerwahl in bestimmte Richtungen zu lenken, erfüllen.
Dass es mit dieser Reform beispielsweise künstlerisch begabten Menschen stark erschwert wird, wichtige Voraussetzungen für ein Studium zu schaffen, und die Bereiche Kunst und Musik, die immerhin einen Teil unserer Kultur ausmachen, abgewertet werden, scheint zweitrangig zu sein.